ONLINE-MAGAZIN DER CHRISTLICHEN KRANKENKASSE VERVIERS-EUPEN
Aktuelles

Edito

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

die Kinder müssen jetzt wieder die Schulbank drücken. Auch unsere Politiker müssen zurück auf die Regierungsbank. An dieser Stelle möchten wir unseren Politikern einige Hausaufgaben in Erinnerung rufen, mit denen sie so schnell wie möglich anfangen sollten, um eine effiziente gesundheitliche Versorgung mit besseren Zukunftsaussichten zu gewährleisten, nicht nur im Bereich der Pflegeversicherung. In einigen ländlichen Gebieten als auch in manchen Stadtvierteln wird es immer problematischer, einen Hausarzt zu finden. Es wird nicht reichen, die Zulassungen zum Medizinstudium zu erweitern. Die Allgemeinmedizin muss auch attraktiver werden. Die Gemeinschaftspraxen sind zu fördern, und weshalb sollte man keine innovativen Wege durch den Einsatz von Praxisassistenten oder die Fernberatung beschreiten? Dabei sollte nicht vergessen werden, den Ärzten bei ihrer Berufsaus-übung zu helfen. Beim Hausarzt soll die Behandlungsbescheinigung auf Papier verschwinden. Die erforderliche Informationstechnik steht bereit. Die Behörden dürfen sich nicht damit begnügen, den Ärzten die Software zur Verfügung zu stellen und sie dann sich selbst zu überlassen. Sie müssen ihnen eine wirklichkeitsnahe Begleitung anbieten. Daneben sind noch so viele andere Fragen zu klären, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen, wie die Aufnahme der Psychotherapie in das Leistungsverzeichnis, die ja laut Aussage der föderalen Gesundheits-ministerin innerhalb kürzester Frist kommen sollte, den Abschluss der Umstrukturierung der stationären Versorgung durch Vernetzung, die Kostendämpfung bei den Arzneimitteln usw. Die Koordinierung zwischen den Körperschaften, aber auch zwischen den verschiedenen politischen Entscheidungsebenen, ist eine Notwendigkeit. Gesundheit ist bekanntlich nicht nur eine Frage der Medizin. Folglich müssen sich mit Gesundheitsfragen nicht nur die Minister befassen, die für das Gesundheitswesen zuständig sind, obwohl das Ressort zahlenmäßig sicher gut besetzt ist. Aber sie müssen dennoch mit allen Kollegen zusammenarbeiten – Bildung, Wohnung, Mobilität, … – um gemeinsam auf die Gesundheitsdeterminanten einzuwirken und diese wirksam zu beeinflussen. Der Schlüssel zum Erfolg des Gesundheitssystems in Belgien liegt in der Konzertierung, bei der sowohl die Leistungserbringer als auch die Krankenkassen Einsatz und Verantwortung zeigen. Die Behörden brauchen sich nur auf diesen Vorteil stützen… aber die Zeit drängt. Packen wir’s an!.

Ihre Präsidentin
Madeleine Grosch

Archiv: Online-Ausgaben

Videos

Kontakt