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MENSCHEN

Studie zum Thema Eltern-Burnout wurde mit der KU Löwen durchgeführt

Burnout als Stresskrankheit hat die Mitte der Gesellschaft erreicht. Häufig wird dieses mentale Leiden auf eine Überlastung im Beruf zurückgeführt, doch auch im Privatleben kann Burnout entstehen. Eine der Varianten ist der sogenannte Eltern-Burnout, der im Rahmen einer von der Christlichen Krankenkasse (CKK) und der Katholischen Universität Löwen durchgeführten Studie erforscht wurde.

Ziel der zwischen Februar und Juni 2018 durchgeführten Studie war es, anhand von Test- und Kontrollgruppen zu ermitteln, inwieweit die Symptome des Eltern-Burnout im Falle professioneller Begleitung gelindert werden können bzw. sich bei nicht betreuten Probanden weiter verstärken. Auch aus dem Burnout resultierendes Verhalten den Kindern gegenüber, wie Vernachlässigung oder die Bereitschaft zur Gewaltanwendung, wurde im Rahmen dieser Studie analysiert.

Von Eltern-Burnout betroffen sind all jene Personen, die sich im Rahmen ihrer Mutter- oder Vaterschaft in besonderem Maße anhaltendem, also chronischem Stress und Überbelastung ausgesetzt sehen. Anzeichen für diese Form des Burnouts sind Erschöpfung, Entfremdung, Minderung des Leistungsvermögens und der Selbstwertschätzung – betroffene Personen stellen fest, dass ihre Vorstellung einer idealen Elternschaft und die Wirklichkeit immer stärker auseinanderdriften. Schätzungen zufolge sind in Belgien etwa fünf bis acht Prozent der Mütter und Väter vom Eltern-Burnout betroffen, in absoluten Zahlen käme dies 150.000 bis 210.000 Personen, demnach mindestens 100.000 Frauen und 50.000 Männern, gleich. Eltern-Burnout kann massive Konsequenzen auf die betroffene Person selbst (gesundheitliche Probleme, Abhängigkeit, Suizidtendenz), auf die Beziehung zum Partner (Reizbarkeit, Konfliktbereitschaft) und auf die Beziehung zum Kind (Vernachlässigung und/oder Gewaltanwendung dem Kind gegenüber sind bei betroffenen Personen ungleich stärker ausgeprägt) haben. Generell wird der betroffene Elternteil von starken Schuldgefühlen überwältigt.

Die Studie verfolgte zwei Ansätze

Im Rahmen der Studie wurden 150 vom Eltern-Burnout betroffene Elternteile aus der Wallonie und Brüssel 14 von den Wissenschaftlern betreuten Gruppen zugewiesen, die während acht Sitzungen observiert wurden. Dabei wurden zwei Ansätze verfolgt: Der „strukturierte Ansatz“ mit dem Ziel, das Gleichgewicht zwischen dem erlebten Stress und den persönlichen Ressourcen der Betroffenen wieder herzustellen, indem Stressfaktoren eliminiert und Ressourcen optimiert wurden. Der „freie Ansatz“ hingegen setzte weniger auf Betreuung und Begleitung, sondern konfrontierte die Eltern mit einem Katalog offener Fragen, anhand derer Beantwortung sie ihre Probleme besser einzuschätzen vermochten und ihre persönliche Situation im Rahmen des Gruppengefüges aufarbeiten konnten. Ziel war es demnach, dass die betroffenen Personen eigene Lösungsansätze erarbeiteten.
Zum Vergleich wurde eine Kontrollgruppe gebildet, der 40 Elternteile angehörten. Ohne jegliche Zuwendung seitens der Studienverantwortlichen wurde diese Gruppe observiert und somit geprüft, ob sich ein Rückgang der Symptome des Eltern-Burnouts auch ohne externe Hilfestellung kurz- bis mittelfristig einstellen würde.

Vielversprechende Resultate

Die Resultate der Kontrollgruppe ergaben, dass ohne externe Betreuung keine Verbesserung der Situation herbeizuführen war. Im Gegenzug konnte bei den Experimentalgruppen sofort eine positive Entwicklung festgestellt werden, die Grundlage auch einer langfristigen Verbesserung der Situation war. Bei jener Gruppe, die dem „freien Ansatz“ folgte, gingen die Symptome des Eltern-Burnout um 22 Prozent zurück, bei den Teilnehmern der Gruppe „strukturierter Ansatz“ gar um 32 Prozent. Bei der erstgenannten Testgruppe waren Verhaltensformen wie Vernachlässigung des Kindes um 21 Prozent und Gewaltanwendung um 23 Prozent rückläufig, bei der zweiten gar um 25 bzw. 28 Prozent.

Um die Nachhaltigkeit der beiden experimentellen Ansätze zu überprüfen, füllten die Probanden drei Monate nach Ablauf der Studie ein Bewertungsprotokoll aus. Bei beiden Testgruppen konnte bezüglich des Auftretens der Burnout-Symptome sowie der Verhaltensweisen „Vernachlässigung“ und „Gewaltanwendung“ eine Minderung von 30 Prozent festgestellt werden. Zudem wurde ein Rückgang der Stresshormone um etwa 52 Prozent beobachtet.

Die CKK als Gesundheitspartner

„Diese Resultate motivieren uns dazu, einerseits unsere Bemühungen in den Bereichen der Begleitung und Aufklärung von Eltern weiter zu intensivieren und andererseits die wissenschaftliche Zusammenarbeit fortzusetzen. Die CKK ist ein verlässlicher Partner sowohl für ihre Mitglieder als auch für die Leistungserbringer“, so Elisabeth Degryse, Nationalsekretärin der CKK. „Als Gesundheitspartner haben wir bereits eine Reihe von Vorteilen zur Entlastung der Eltern entwickelt, darunter beispielsweise Rückerstattungen für psychologische Begleitung, die Betreuung kranken Kinder zu Hause, Verschnaufpausen, Ferienaufenthalte und Spielanimationen für Kinder oder die 100 prozentige Erstattung der Leistungen für Kinder bis 18 Jahre. Im Vorfeld der Wahlen wird sich die Christliche Krankenkasse für eine bessere Erstattung psychologischer Dienstleistungen im Rahmen der Pflichtversicherung und ein Zusatzbudget für mentale Pflegeleistungen einsetzen“, so Degryse.

Weitere Informationen unter www.ckk-mc.be und auf Facebook.

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Edito

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Das Jahr 2019 brachte und bringt im Zuge der 6. Staatsreform weitere Kompetenzübertragungen mit sich. In der Deutsch-sprachigen Gemeinschaft ist der Fachbereich Familie und Soziales seit dem 1. Januar für die Auszahlung des Kindergeldes zuständig, weitere Kompetenzen des Ministeriums der DG sind die Finanzierung der Alten- und Pflegeheime und künftig auch die Langzeitrehabilitation.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft argumentiert bei der Übernahme dieser Kompetenzen vor allen Dingen mit der Verein-fachung administrativer Prozeduren zugunsten der Nutznießer. Es bleibt abzuwarten, ob dies gewährleistet werden kann. Doch unstrittig wird der ganzheitliche Ansatz, den die Krankenkassen als Gesundheitspartner bieten, auf Stückwerk reduziert werden. Auf Anfragen werden voraussichtlich Antworten folgen – aber wird durch die Schaffung von Parallelstrukturen der Mensch wirklich im Mittelpunkt stehen?

„Gesundheit ist viel mehr als die Abwesenheit von Krankheit“ ist ein Leitmotiv, dem sich die Christliche Krankenkasse seit jeher verpflichtet fühlt: Prävention, Aufklärung oder Begleitung sind bedeutsame Pfeiler unseres Dienstleistungsangebotes. Natürlich ist es wichtig, dem Mitglied im Krankheitsfall seine Kosten zu erstatten – doch ist es nicht ebenso bedeutsam, dafür zu sorgen, dass ein Mensch gar nicht erst krank wird; er nicht nur physisch, sondern auch mental gesund bleibt und sein Leben als sinnstiftend erachtet? Dafür steht bei der CKK ein breit aufgestelltes Netzwerk aus Gesundheitsinfo, Sozialdienst, Familienhilfe und anderen Partnern zur Verfügung. Ein neues Angebot stellt der Autonomieberater dar, der auf den Antragsteller zugeschnittene Lösungen erarbeitet.

In all diesen und weiteren Bereichen möchte die Christliche Krankenkasse für bisherige und künftige Mitglieder weiterhin verlässlicher Partner sein – und wird sich für deren Interessen auch auf politischer Ebene stark machen. Denn in unseren Augen zeichnet sich ein verlässlicher Gesundheitspartner dadurch aus, dass er sich für seine Mitglieder nicht nur reaktiv, sondern auch proaktiv einsetzt. Und diesem Anspruch kommen wir seit Jahrzehnten nach.

Ihre Präsidentin
Madeleine Grosch

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