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GESUNDHEIT

Es gibt zehn Medikamente, die 42% der gesamten Arzneimittelausgaben in Krankenhäusern ausmachen. Hochgerechnet auf die gesamte belgische Bevölkerung zeigen die Zahlen der Christlichen Krankenkasse (CKK), dass die Kostenerstattung der Krankenversicherung im Jahr 2018 für diese zehn Medikamente 720 Millionen Euro erreichte.

Im Durchschnitt kosten sie zwischen 3 200 und 49 500 Euro je Patient und Jahr. Die CKK schlägt vor, sich daher auf die Verwendung billigerer Alternativen auszurichten, deren Patentschutz abgelaufen ist.

In den letzten Jahren sind die Arzneimittelausgaben in unserem Land stark gestiegen. Die Gesamtkosten für die Krankenversicherung betrugen 2014 noch vier Milliarden Euro. Bis 2018 stieg diese Zahl auf mehr als viereinhalb Milliarden. Jedes Jahr wird das Budget für Arzneimittel überschritten. Dies ist auf die Markteinführung einer ganzen Reihe von Medikamenten – insbesondere zur Behandlung von Krebs – zurückzuführen, die oft mit hohen Kosten verbunden sind. Eines haben diese Produkte gemeinsam: Sie sind in Apotheken kaum erhältlich.

Zur Erstellung des Rankings konzentrierte sich die CKK daher auf jene Medikamente, die der Krankenhausapotheker ambulanten Patienten aushändigt, die diese im Krankenhaus abholen dürfen, ohne dort zu verweilen. Tatsächlich sind die Ausgaben in den letzten Jahren vor allem in dieser Arzneimittelkategorie enorm gestiegen, von einer Milliarde Euro im Jahr 2014 auf fast 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2018. Für alle CKK-Mitglieder erreichte der Betrag 2018 271 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 247 Millionen – ein Plus von 10 Prozent in einem Jahr. Paradoxerweise ist die Zahl der Patienten, die eine Erstattung für diese Medikamente erhalten, nur um 6 Prozent gestiegen. Hochgerechnet auf die gesamte belgische Bevölkerung übersteigt dieser Betrag 700 Millionen Euro.

Die Top-Drei

Auch die Kosten pro Patient sind hoch: 2018 erhielten beispielsweise 1244 CKK-Mitglieder das Krebsmedikament Nivolumab. Für jeden Patient zahlte die Krankenkasse 38 000 Euro, was einer Gesamtkostenbelastung von 47 Millionen Euro entspricht (nur für CKK-Mitglieder).

Für Lenalidomid, ein Produkt zur Bekämpfung bestimmter Krebsformen, die das Rückenmark und die Lymphknoten befallen, lagen die durchschnittlichen Ausgaben für jeden der 971 Patienten ebenfalls bei 38 000 Euro, was einer Bilanz von fast 37 Millionen Euro entspricht.

Vervollständigt werden die Top-Drei durch Infliximab, einem Mittel gegen Gelenkentzündungen, Psoriasis und chronische Darmentzündungen: 3635 Patienten erhielten zusammen fast 29 Millionen Euro oder jeder einzelne Patient durchschnittlich 7900 Euro.

Einige Arzneien sind, pro Patient gerechnet, noch teurer, aber sie gelangen nicht in diese Top-Ten-Liste, da es nur wenige Erstattungen gibt. Die CKK zahlt beispielsweise 590 000 Euro pro Jahr und Patient für Galsulfase, ein Medikament gegen eine seltene Stoffwechselerkrankung. Doch nur vier Mitglieder CKK sind von einer Erstattung betroffen.

Dabei handelt es sich jeweils um Bruttobeträge. Für mehrere dieser Mittel wurden mit der Ministerin für Soziales und Gesundheit, Maggie De Block, Verträge abgeschlossen, in denen die Hersteller einen Teil der Kosten zurücküberweisen. Dennoch bleiben die Beträge sehr hoch.

 

Bedauerlicher Transparenzmangel

Glücklicherweise gibt es diese Arzneimittel, und unser soziales Sicherungssystem macht sie für alle zugänglich“, sagt Jean Hermesse, Generalsekretär der CKK. „Viele innovative – und damit teure – Medikamente befinden sich jedoch noch in der Entwicklung. Andere sind bereits auf dem Markt, aber wir können sie nicht zurückzahlen, weil ihr Preis zu hoch ist. Wie können wir sicherstellen, dass Patienten weiterhin Zugang zu diesen neuen Therapien haben?“

Die CKK setzt sich weiterhin für mehr Transparenz in der Pharmaindustrie ein: „Heute können wir nicht sagen, ob die Kosten für diese Arzneimittel gerechtfertigt sind“, so Jean Hermesse. „Und je mehr wir für Medikamente ausgeben, desto weniger Ressourcen können wir für andere Bereiche des Gesundheitswesens einsetzen, in denen ebenfalls Bedarf besteht. Wir müssen die billigeren Alternativen, deren Patentschutz abgelaufen ist, voll ausschöpfen. Wir beobachten in unseren Zahlen auch, dass die Gesamtkosten eines Moleküls, für das ein Biosimilar auf den Markt kommt, sinken. Wir ermutigen die Ärzte, diese Moleküle zu verschreiben, damit die Hersteller es interessant finden, sie auf dem belgischen Markt einzuführen.“

Weitere Informationen unter www.ckk-mc.be.

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Edito

Geben Sie sich die Ehre!

Liebe Leserinnen und Leser,

Während im November der Einzelhandel anhand von Aktionstagen wie dem „Black Friday“ jegliche Anstrengung unternahm, den Individualkonsum zu fördern und damit Umsätze zu generieren, ist der vorweihnachtliche Dezember (noch) von mehr Zwischenmenschlichkeit geprägt. Ein wichtiges Datum war diesbezüglich der internationale Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember, dem die CKK eine Studie vorausschickte, um die Wechselwirkung zwischen der Ausübung einer gemeinnützigen Tätigkeit und dem individuellen – sowohl subjektiv wahrnehmbaren als auch objektiv messbaren – Wohlbefinden zu ergründen.

Diese Studie wurde in enger Zusammenarbeit mit den französischsprachigen und flämischen Bewegungen der CKK und der psychologischen Fakultät der Katholischen Universität Löwen erstellt: Die Analyse der Resultate und unseren Standpunkt finden Sie auf Seite 6 und 7 der vorliegenden Ausgabe. Zusammengefasst darf und möchte ich an dieser Stelle betonen, dass sich die CKK in ihrer traditionellen Herangehensweise, der Gemeinnützigkeit viel Platz einzuräumen, bestätigt sieht: Ehrenamt hält gesund! Denn wer anderen „etwas gibt“, der bekommt auch „etwas zurück“ – auch und vor allen Dingen ohne finanziellen oder materiellen Anreiz.

Das Ehrenamt ermöglicht es, soziale Bindungen einzugehen, stärkt das Selbstwertgefühl und schafft Raum, die eigenen Überzeugungen umzusetzen. Der Ehrenamtler erhält Wertschätzung und kann auf die Unterstützung des Netzwerks, dem er durch seine Tätigkeit angehört, zählen. Die Summe dieser Teil ergibt die ideale Grundlage dafür, sich wohl zu fühlen: Ehrenamtler attestieren sich selbst eine gute Gesundheit; laut Statistik gehen sie weniger häufig zum Arzt und konsumieren weniger Medikamente.

Das Ehrenamt ist Bestandteil der DNA der Christlichen Krankenkasse und wird von unseren Werten wie Solidarität, Zwischenmenschlichkeit und Gerechtigkeit wie auch von unserer täglichen Arbeit gleichermaßen getragen. Daher möchte ich Sie dazu einladen, sich etwas eingehender mit den Angeboten unserer Bewegungen Ocarina, Alteo und die Eiche zu beschäftigen und dem Ehrenamt eine Chance zu geben: Ihrem Wohlbefinden und Ihrer Gesundheit wird es eine Ehre sein!

Madeleine Grosch
Verwaltungsratspräsidentin

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