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JUGEND

Aus Jugend & Gesundheit wird Ocarina

„Es war einmal ein kleiner Junge, der reiste mit seiner Ocarina durch die Zeit und erlebte fernab seiner Heimat unglaubliche Abenteuer“ – so steht es in einer populärkulturellen Geschichte aus Japan geschrieben. Auch bei Jugend & Gesundheit steht die Gefäßflöte mit der markanten Form für eine neue Zeitrechnung – denn von nun an nennt sich die Jugendbewegung der Christlichen Krankenkasse: Ocarina.

Ob Ferienlager oder Spielanimationen für Kinder, Rhetorika oder Jugendleiterausbildung für junge Erwachsene, der Name „Jugend & Gesundheit“ steht für ein vielfältiges Programm, das sich an Heranwachsende richtet. Doch die Wortkombination, die als „Jeunesse & Santé“ im französischsprachigen belgischen Raum seit 1973 und in der Deutschsprachigen Gemeinschaft als „Jugend & Gesundheit“ seit den frühen 1990er Jahren besteht, reduziert die Bewegung auf eben jene zwei Begriffe. Doch Ocarina ist vielmehr als das, wie Regionalsekretärin Alice Weber und die pädagogische Mitarbeiterin Laura Crott, die in ihrer täglichen Arbeit von Buchhalterin Nathalie Egyptien unterstützt werden, im Interview erklären.

Aus Jugend & Gesundheit wird Ocarina. Flach aber berechtigt nachgefragt: Spielt bei eurer Jugendbewegung bald eine andere Musik? Und, wenn ja, wer hat sie angestimmt?

Alice Weber (aw): Ja, das tut sie. Und zwar eine neue und innovative Musik. Auf unserem nationalen Kongress 2016 haben alle 14 Regionen einstimmig geäußert, dass der Begriff „Jugend & Gesundheit“ nicht mehr zeitgemäß sei und die Werte, für die wir stehen, nicht mehr treffend beschreibe. Dieser Konsens war gleichzeitig der Startschuss für eine Namens- und Imageänderung: Unser Dachverband ist mit den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitgliedern auf Identitätssuche gegangen, um einen neuen Namen zu finden, mit dem sich alle identifizieren können. Anschließend wurde eine Kommunikationsagentur damit beauftragt, unsere Beschlüsse auszuarbeiten und anhand eines neuen Logos zu visualisieren.

Laura Crott (lc): Unsere deutschsprachigen Mitglieder haben sich einen Namen gewünscht, der das Zusammengehörigkeitsgefühl zu unseren französischsprachigen Schwesterregionalen unterstreicht. Mit „Ocarina“ haben wir nun einen in beiden Sprachen gültigen Begriff gewählt.

Der neue Name ist zugleich die Bezeichnung für eine Gefäßflöte, die zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Italien erfunden und später in Japan und Südtirol weiterentwickelt wurde: Warum fiel die Entscheidung zugunsten der Ocarina?

aw: Der Begriff „Ocarina“ fasst die Werte unserer Bewegung zusammen und lässt dennoch genügend Freiraum für Interpretation: Man benutzt ein Musikinstrument am Lagerfeuer, ist damit kreativ – und zwar gemeinsam, in der Gruppe. Unserer Ansicht nach trägt der Name „Ocarina“ Zusammengehörigkeitsgefühl und Spielfreude in sich – und schränkt uns auch künftig in keinerlei Hinsicht ein.

Gab es andere Vorschläge, die es in die engere Auswahl geschafft haben?

Ja, wir Deutschsprachigen haben beispielsweise unser in den letzten Jahren häufig genutztes Pseudonym „Jukutu“ in leicht abgeänderter Form als „Yukutu“ ins Rennen geschickt. Andere Vorschläge waren „Oliveo“ oder „Salto“. Sie alle jedoch wurden von „Ocarina“ überflügelt.

Bringt die Namensänderung eine Angebotsänderung mit sich?

Es handelt sich um eine Imagekampagne, durch den neuen Namen möchten wir unser Zielpublikum besser greifen können. Also Nein: eine Angebotsänderung ist nicht inbegriffen, doch soll „Ocarina“ natürlich dazu führen, dass mehr Menschen auf uns aufmerksam werden und unser Angebot verstärkt nutzen.

Der neue Name bringt ein neues Logo, also eine neue visuelle Identität, mit sich. Aus welcher Motivation heraus wurde das neue Logo ausgearbeitet?

lc: Wir haben in den vergangenen Jahren nicht nur über unseren Namen, sondern auch über unsere Werte diskutiert und dabei mehrere Schlüsselbegriffe identifiziert: Wohlbefinden, Inklusion, Freude, Entwicklung, Aufnahme, Verwandlung und Engagement. Diese Ideen konnten wir in unserem alten Logo nicht wiederfinden, denn sie gehen über die Begriffe „Ausbildung“ und „Ferienprogramm“ hinaus. Daher haben wir unsere Werte analysiert und sie in unserem neuen Logo visualisiert.

Wie ist Ocarina aufgestellt, welche Gremien gibt es, und wie funktioniert die Hierarchie?

aw: Der nationale Dachverband mit Sitz in Brüssel besteht aus 14 regionalen Ablegern. Einer dieser regionalen Partner ist Ocarina Eupen, dem unser Verwaltungsrat vorsteht. Unsere derzeitige Verwaltungsratspräsidentin ist Caroline Hagelstein, Vize-Präsident ist Dominic Brandt. Unser Regionalverband setzt sich aus unterschiedlichen Arbeitsgruppen, beispielsweise zur Rhetorika oder zur Jugendleiterausbildung, zusammen. Unsere Jugendleiterausbildung erstreckt sich über zwei Jahre, die Teilnehmer erhalten am Ende den von der Deutschsprachigen Gemeinschaft anerkannten Jugendleiterausweis.

Ein ganz neues Team ist dabei, die Arbeitsgruppe „Ökarina“ zu gründen. Anhand der Ideen und Projekte versuchen wir, unsere Arbeit ökologischer und nachhaltiger zu gestalten. Schlussendlich gehören zu unserer Struktur natürlich die zahlreichen Kinder und Jugendlichen, die an unseren Ferienlagern, Ganztagsanimationen, Kindernachtmittagen und Sommeranimationen teilnehmen. Der Begriff der Inklusion ist uns dabei besonders wichtig, denn wir organisieren auch Animationen, an denen Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam teilnehmen.

Wo liegt der Unterschied zwischen Ocarina und anderen Jugendorganisationen, beispielsweise der Katholischen Landjugend (KLJ) oder Pfadfinder-Vereinigungen?

Der Unterschied liegt darin, dass die Kinder und Jugendlichen, die an unseren Aktivitäten teilnehmen, keine festen Mitglieder unserer Vereinigung sind. Das bedeutet einerseits, das unsere Animatoren stets mit neuen Teilnehmern arbeiten, und andererseits, dass Eltern, Kinder und Jugendliche von Fall zu Fall und frei entscheiden können, ob sie an einer Aktivität teilnehmen möchten oder eben nicht. Es gibt keine langfristige Verpflichtung. Zudem sind wir die einzige Jugendorganisation, die während der Ferien ganztags Jugendanimationen anbietet.

Der neue Name bringt mit einer vollständig überarbeiteten Webseite eine weitere Komponente mit sich. Auf Grundlage welcher Kriterien wurde diese gestaltet?

lc: Wir bieten unter www.ocarina.be nun eine Webseite, die alle unsere Zielgruppen bedient: Jugendleiter, Eltern und Nutznießer, also jene Kinder und Jugendlichen, die an unseren Lagern und Animationen teilnehmen. Zugleich ist das neue Online-Angebot eine Plattform für unsere Animatoren; die Angebote aller Ocarina-Regionen können hier eingesehen werden. Bezüglich Gestaltung und Nutzerfreundlichkeit wurde unsere neue Webseite den aktuellen Standards angepasst.

Ein paar warme Worte zum Schluss?

aw: Wir hoffen, dass unser neuer Name die Jugendlichen und Kinder ebenso überzeugt wie uns und wir dadurch den Kreis unserer Lager- und Animationsteilnehmer erweitern können. Wir freuen uns auf neue Leute, die frischen Wind in unsere Organisation bringen. Wir möchten uns bei den Eltern bedanken, die uns ihr Vertrauen entgegenbringen und versichern, dass wir weiterhin ein qualitativ hochwertiges, integratives und angepasstes Programm präsentieren werden. Schaut vorbei!

Infobox: CKK + Ocarina = Ihr Vorteil:

Als Mitglied der CKK profitieren Sie von einem Preisnachlass von bis zu 170 Euro jährlich pro Kind auf das Ferienangebot von Ocarina. Für Familien, die Anrecht auf die erhöhte Kostenerstattung haben, beträgt der Preisnachlass bis zu 270 Euro. Auf Spielanimationen wird eine Vergünstigung von bis zu 25 Euro pro Woche gewährt. Informieren Sie sich hierzu bei einem Kundenberater der CKK oder bei Ocarina.

Mehr Infos hier : www.ocarina.be

 

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Edito

Geben Sie sich die Ehre!

Liebe Leserinnen und Leser,

Während im November der Einzelhandel anhand von Aktionstagen wie dem „Black Friday“ jegliche Anstrengung unternahm, den Individualkonsum zu fördern und damit Umsätze zu generieren, ist der vorweihnachtliche Dezember (noch) von mehr Zwischenmenschlichkeit geprägt. Ein wichtiges Datum war diesbezüglich der internationale Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember, dem die CKK eine Studie vorausschickte, um die Wechselwirkung zwischen der Ausübung einer gemeinnützigen Tätigkeit und dem individuellen – sowohl subjektiv wahrnehmbaren als auch objektiv messbaren – Wohlbefinden zu ergründen.

Diese Studie wurde in enger Zusammenarbeit mit den französischsprachigen und flämischen Bewegungen der CKK und der psychologischen Fakultät der Katholischen Universität Löwen erstellt: Die Analyse der Resultate und unseren Standpunkt finden Sie auf Seite 6 und 7 der vorliegenden Ausgabe. Zusammengefasst darf und möchte ich an dieser Stelle betonen, dass sich die CKK in ihrer traditionellen Herangehensweise, der Gemeinnützigkeit viel Platz einzuräumen, bestätigt sieht: Ehrenamt hält gesund! Denn wer anderen „etwas gibt“, der bekommt auch „etwas zurück“ – auch und vor allen Dingen ohne finanziellen oder materiellen Anreiz.

Das Ehrenamt ermöglicht es, soziale Bindungen einzugehen, stärkt das Selbstwertgefühl und schafft Raum, die eigenen Überzeugungen umzusetzen. Der Ehrenamtler erhält Wertschätzung und kann auf die Unterstützung des Netzwerks, dem er durch seine Tätigkeit angehört, zählen. Die Summe dieser Teil ergibt die ideale Grundlage dafür, sich wohl zu fühlen: Ehrenamtler attestieren sich selbst eine gute Gesundheit; laut Statistik gehen sie weniger häufig zum Arzt und konsumieren weniger Medikamente.

Das Ehrenamt ist Bestandteil der DNA der Christlichen Krankenkasse und wird von unseren Werten wie Solidarität, Zwischenmenschlichkeit und Gerechtigkeit wie auch von unserer täglichen Arbeit gleichermaßen getragen. Daher möchte ich Sie dazu einladen, sich etwas eingehender mit den Angeboten unserer Bewegungen Ocarina, Alteo und die Eiche zu beschäftigen und dem Ehrenamt eine Chance zu geben: Ihrem Wohlbefinden und Ihrer Gesundheit wird es eine Ehre sein!

Madeleine Grosch
Verwaltungsratspräsidentin

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