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GESUNDHEIT

Ab September bietet der Gesundheitsdienst der Christlichen Krankenkasse (CKK) acht Sitzungen für Mütter und Väter an, die unter Eltern-Burnout leiden. Diese Gruppensitzungen werden jeweils von Psychologinnen geleitet und finden im Zentrum für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes (ZAWM) in Eupen statt.

Seit einigen Jahren ist Eltern-Burnout als psychisches Leiden anerkannt. Nach einer Befragung von 5000 Eltern fand die katholische Universität Löwen (UCL) kürzlich heraus, dass 5 Prozent aller Befragten ausgebrannt und 8 Prozent Burnout gefährdet sind. Burnout lässt sich in den meisten Fällen mit dem Herunterbrennen und Ausglimmen einer Kerze vergleichen: Vater oder Mutter sind geistig und körperlich erschöpft und gehen auf Distanz zu ihren Kindern.
Sie können die gemeinsamen Momente nicht mehr genießen, plagen sich mit schwarzen Gedanken, erkennen sich selbst nicht wieder, sind von Schuldgefühlen befallen und trauen sich nicht darüber zu reden. Burnout sollte aber besonders dann nicht unterschätzt werden, wenn Eltern gesundheitliche Probleme bekommen, nicht mehr gut schlafen können oder dem Alkohol verfallen; wenn Kinder erhöhte Reizbarkeit ertragen müssen, sich von den Eltern vernachlässigt fühlen oder verbaler und körperlicher Gewalt ausgesetzt sind und Paare sich zunehmend streiten.

Angemessene Begleitung

Vor diesem Hintergrund bietet die CKK erschöpften Eltern eine angemessene Begleitung an. Unter Anleitung der UCL-Psychologinnen Kerstin Sack und Annabelle Reul können Eltern sich zur Reduzierung von Burnout-Symptomen in acht Gruppensitzungen begleiten lassen und mit anderen Eltern austauschen, die sich in der gleichen Lage befinden.

Förderprogramm

Das Konzept wurde von den beiden Professorinnen Isabelle Roskam und Moïra Mikolajczak der UCL ausgearbeitet. Beide sind Expertinnen bei Eltern-Burnout und möchten im Rahmen einer Untersuchung die Wirksamkeit eines spezifischen Förderprogramms für Eltern überprüfen. Interessenten sind eingeladen, an dieser Studie teilzunehmen, das ist jedoch für die Teilnahme an den Sitzungen nicht zwingend erforderlich. Den entsprechenden Link zu dieser Studie finden Sie hier.

Praktische Informationen

• Acht Gruppensitzungen unter der Leitung der UCL-Psychologinnen Kerstin Sack und Annabelle Reul. Mindestteilnehmerzahl: 5 Personen – maximal 12 Personen. Eine Teilnahme an allen kostenlosen Sitzungen wird vorausgesetzt.
• Termine: 12., 19., und 26. September; 4.; 10.; 17.;und 24. Oktober; 7. November 2018.
• Uhrzeit: von 18.30 bis 20.30 Uhr.
• Ort: Zentrum für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes (ZAWM)– Vervierser Straße 73, 4700 Eupen.
• Die Einschreibung ist kostenlos. Bei der Registrierung wird jedoch um eine Anzahlung von 50 Euro gebeten. Mit dieser Anzahlung verpflichten Sie sich zur Teilnahme an allen Sitzungen.
Der angezahlte Betrag wird am Ende der acht Sitzungen vollständig erstattet. Den Psychologinnen gibt dieses Verfahren die Garantie einer regelmäßigen Anwesenheit sowie der reibungslosen Abwicklung der Gruppenaktivitäten.
Die eingeforderte Anzahlung darf kein Hindernisgrund sein. Bei finanziellen Schwierigkeiten wenden Sie sich bitte an das Fachteam der UCL unter 0471 41 44 33;die Auskünfte werden auf Französisch gegeben.
• Wenn die Betreuung Ihres Kindes oder Ihrer Kinder ein Teilnahmehindernis darstellt, kann Ihnen der CKK-Gesundheitsdienst Kontakte vermitteln.
• Fragen zu Ablauf und Inhalten beantwortet das UCL-Team unter 0471 41 44 33; die Auskünfte werden auf Französisch gegeben. Auskünfte auf Deutsch unter 087 73 21 27.
• Anmeldungen unter: www.ckk-mc.be/eltern-burnout

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Edito

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Das Jahr 2019 brachte und bringt im Zuge der 6. Staatsreform weitere Kompetenzübertragungen mit sich. In der Deutsch-sprachigen Gemeinschaft ist der Fachbereich Familie und Soziales seit dem 1. Januar für die Auszahlung des Kindergeldes zuständig, weitere Kompetenzen des Ministeriums der DG sind die Finanzierung der Alten- und Pflegeheime und künftig auch die Langzeitrehabilitation.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft argumentiert bei der Übernahme dieser Kompetenzen vor allen Dingen mit der Verein-fachung administrativer Prozeduren zugunsten der Nutznießer. Es bleibt abzuwarten, ob dies gewährleistet werden kann. Doch unstrittig wird der ganzheitliche Ansatz, den die Krankenkassen als Gesundheitspartner bieten, auf Stückwerk reduziert werden. Auf Anfragen werden voraussichtlich Antworten folgen – aber wird durch die Schaffung von Parallelstrukturen der Mensch wirklich im Mittelpunkt stehen?

„Gesundheit ist viel mehr als die Abwesenheit von Krankheit“ ist ein Leitmotiv, dem sich die Christliche Krankenkasse seit jeher verpflichtet fühlt: Prävention, Aufklärung oder Begleitung sind bedeutsame Pfeiler unseres Dienstleistungsangebotes. Natürlich ist es wichtig, dem Mitglied im Krankheitsfall seine Kosten zu erstatten – doch ist es nicht ebenso bedeutsam, dafür zu sorgen, dass ein Mensch gar nicht erst krank wird; er nicht nur physisch, sondern auch mental gesund bleibt und sein Leben als sinnstiftend erachtet? Dafür steht bei der CKK ein breit aufgestelltes Netzwerk aus Gesundheitsinfo, Sozialdienst, Familienhilfe und anderen Partnern zur Verfügung. Ein neues Angebot stellt der Autonomieberater dar, der auf den Antragsteller zugeschnittene Lösungen erarbeitet.

In all diesen und weiteren Bereichen möchte die Christliche Krankenkasse für bisherige und künftige Mitglieder weiterhin verlässlicher Partner sein – und wird sich für deren Interessen auch auf politischer Ebene stark machen. Denn in unseren Augen zeichnet sich ein verlässlicher Gesundheitspartner dadurch aus, dass er sich für seine Mitglieder nicht nur reaktiv, sondern auch proaktiv einsetzt. Und diesem Anspruch kommen wir seit Jahrzehnten nach.

Ihre Präsidentin
Madeleine Grosch

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