ONLINE-MAGAZIN DER CHRISTLICHEN KRANKENKASSE VERVIERS-EUPEN
Aktuelles
Mehr Infos
Downloads
Artikel als PDF
Download PDF Druckoptimierte Version
EDITO

Die Förderung des Wohlbefindens und der Gesundheit aller Belgier durch die Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen und für alle zugänglichen Versorgung: das ist die Herausforderung für die Christliche Krankenkasse (CKK). Um diese Aufgaben bewältigen zu können, will die CKK in naher Zukunft ihre Rolle als Bezugspartner für die Gesundheit stärken. Dies erfordert eine neue Organisationsstruktur. Am Mittwochabend traf der Verwaltungsrat der Christlichen Krankenkasse in Brüssel die strategische Entscheidung, die Stärken der 19 Regionalkrankenkassen bis 2022 in einem flämischen einerseits sowie in einem französisch- und deutschsprachigen Krankenkassenverband andererseits zu bündeln.

Mit ihren 4,5 Millionen Mitgliedern ist die CKK die größte Krankenkasse Belgiens. Durch die kontinuierliche Anpassung an die sich ändernden Bedürfnisse in den Bereichen Gesundheit und Wohlbefinden ist die CKK seit Generationen der wichtigste Gesundheitspartner ihrer Mitglieder. „Heute steht der Gesundheitssektor jedoch vor beispiellosen Herausforderungen“, sagt Jean Hermesse, Generalsekretär der CKK. „Mit der gewaltigen Zunahme der Zahl der Burnouts, die auf Stress im Berufsleben zurückzuführen sind, stellen wir fest, dass wir mit den klassischen Modellen die Erwartungen der Menschen nicht mehr erfüllen können. Es entsteht ein neues Bewusstsein; Gesundheit ist viel mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Auch viele andere Faktoren spielen eine Rolle. Als Gesundheitsgemeinschaft wollen wir uns entsprechend organisieren. Dies erfordert eine grundlegende Reform unserer Dienstleistungen und unseres Organisations- und Entscheidungsmodells“.

Derzeit besteht die CKK aus acht Regionalkrankenkassen im französisch- und deutschsprachigen Gebiet und elf in Flandern. Am Mittwochabend gab der Verwaltungsrat mit großer Mehrheit grünes Licht für das neue Organisationsmodell. Um der Bezugspartner im Gesundheitssektor zu bleiben, die Qualität unserer Dienstleistungen und insbesondere unserer ortsnahen Betreuung weiter zu verbessern, wird die CKK im Jahr 2022 nur noch aus zwei regionalen Krankenkassen bestehen, eine in Flandern und eine im französisch- und deutschsprachigen Gebiet. Beide werden auch Dienstleistungen in Brüssel erbringen. Auftrag, Strategie und Vision werden von der CKK-Gruppe festgelegt, die auch die Pflichtkrankenversicherung und eine Reihe spezifischer Dienstleistungen wie Finanzen, Personal und IKT verwalten wird. Langfristig wird ein nationaler Gesundheitsrat geschaffen, der sich aus Freiwilligen und unabhängigen Dritten zusammensetzt und die Gesundheitspolitik definiert.

Die stark vereinfachte Struktur wird die Effizienz und die Nähe zu den Mitgliedern erhöhen. „Über unsere Funktionen als Träger der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus wollen wir unsere Mitglieder durch die komplexe Versorgungslandschaft begleiten“, sagt Jean Hermesse. „Qualität, Schnelligkeit und Nähe sind von entscheidender Bedeutung. Als ‚Gesundheitsverein auf Gegenseitigkeit‘ entwickeln wir unsere Dienstleistungen proaktiver und kontaktieren Menschen nach ihren Bedürfnissen. Durch die Modernisierung unserer Dienstleistungen wird es uns gelingen, den Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle zu erleichtern.“
Darüber hinaus wird die neue Struktur es ermöglichen, Entscheidungen schneller zu treffen, Prozesse zu koordinieren und auf Herausforderungen wie die Digitalisierung, die Komplexität der Staatsstruktur und die finanzielle Realität zu reagieren. „Mit der Modernisierung unserer Dienstleistungen und der vollständigen Investition in einheitliche IT-Systeme setzen wir auch Ressourcen frei, um unsere Rolle als Versicherungsträger und Gesundheitspartner zu erfüllen. Dadurch wird es uns auch möglich sein, noch mehr mit gesundheitlichen Zielen zu arbeiten.“

Die Stärke der CKK liegt im professionellen Einsatz ihrer Mitarbeiter, dem ihrer vielen Freiwilligen und dem Reichtum ihres gesamten lokalen Engagements. „Unsere Freiwilligen werden im Mittelpunkt der neuen Organisationsstruktur stehen, und zwar auf allen Ebenen. Sie können sich vor Ort in diese Organisation einbringen, da das gesamte Gebiet durch ein Netzwerk von fast 40 Gesundheitstreffpunkten als zentrale Anlaufstellen abgedeckt wird. Durch dieses dichte lokale Netz lassen sich die lokalen Bedürfnisse erfassen und berücksichtigen, um so zu Gesundheitsmaßnahmen vor Ort zum Wohle aller beizutragen.“

Bald werden die Generalversammlungen der Regionalkrankenkassen den Vorschlag prüfen. Ziel ist es, diese Neugestaltung für die nächsten Krankenkassenwahlen im Jahr 2022 abzuschließen. Aber bis zu diesem Zeitpunkt werden wichtige Schritte unternommen. Konkret wird dies beispielsweise in Form einer Harmonisierung der Leistungen und Vorteile der Zusatzversicherungen im französischsprachigen und im deutschsprachigen Gebiet geschehen.

Gegen Ende des Jahres wird ein Fahrplan entwickelt, um die nächsten Schritte im Neugestaltungsprozess zu definieren. Hierzu meint Jean Hermesse: „Dies ist eine tiefgreifende Veränderung für unsere Organisation. Wir tun alles, was wir können, um sicherzustellen, dass dieser gut verläuft. Das neue Modell wird sich natürlich auf unsere Organisation, ihre Mitarbeiter und die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten, auswirken. Bestehende Funktionen werden sich weiterentwickeln, und neue Bedürfnisse erfordern neue Funktionen. Die Entscheidung ist das Ergebnis eines langen Konzertierungsprozesses. Die Entwicklung des neuen Organisationsmodells wird im gleichen Sinne und somit auch mit allen unseren Mitarbeitern fortgesetzt.“

Teilen

Edito

 

Liebe Leserinnen und Leser,

das Klima in unserer Gesellschaft wird rauer und kälter, der Einsatz der eigenen Ellbogen so gut wie unverzichtbar. Viele versuchen, herauszuholen, was zu holen ist. So gesehen ist es ganz schön düster um uns bestellt.

Während der weihnachtliche Lichterglanz an Häusern und in Vorgärten immer üppiger wird, wird es bei uns drinnen hinter den Fassaden zusehends düsterer. Proportional zum Anstieg unseres Stromverbrauchs scheint unsere Energie der Achtsamkeit und Freundlichkeit zu sinken. Doch es gibt eine Kraft, die den messbaren Stromverbrauch übersteigt und die in jedem von uns verborgen liegt. Es sind Ideen und Werke, die auch bei Lichte betrachtet Bestand haben, die sich nicht verstecken müssen. Es sind Wohltaten zugunsten anderer, sind Gesten und Zeichen, die anderen helfen und ihre Freude am Leben bestärken – ein freund-licher Gruß, ein Lächeln, ein Anruf, ein Brief, eine helfende Hand, ein gutes Wort – eine Begegnung, die den anderen freudiger weitergehen lässt. Sehr viel mehr ist es letztlich nicht.

Unsere Krankenkasse ist ursprünglich ein „Hilfsverein auf Gegenseitigkeit“. Das kann man sich sehr schwer in einer technisch hochkomplexen Welt mit abertausend Regeln und Bestimmungen vorstellen, bleibt aber im Grunde immer noch das Fundament unseres Handelns in einer Welt, die immer weniger mit dem Wort „Solidarität“ anfangen kann, in der die Kluft zwischen Reich und Arm immer größer wird.

Die Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte unserer Krankenkasse, wie Menschenwürde, gegenseitige Achtung, Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit, ja auch Freiheit und Gleichheit wird uns in dieser Zeit wohltun und wäre auch mein Wunsch für uns alle zum Jahresende und zum neuen Jahr.

Ihre Präsidentin
Madeleine Grosch

Archiv: Online-Ausgaben