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GESUNDHEIT

Unser Mund und unsere Zähne werden ständig gefordert: daher sollten die Zähne zweimal täglich mit Bürste oder Zahnseide gereinigt werden, damit es nicht zu Karies und Entzündungen kommen kann. Hinzu kommt der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt, damit Problemzonen erkannt und behandelt werden können, bevor sie sich bösartig weiterentwickeln. Immer wieder muss daran erinnert werden, dass unbehandelter Kariesbefall oder blutendes Zahnfleisch das allgemeine gesundheitliche Wohlbefinden beeinträchtigen.

„Ich habe keine Zeit“. „Ich habe keine Zahnschmerzen“. „Ich habe Angst, dass mir der Zahnarzt wehtun könnte“. „Die Behandlung ist zu teuer“. „Ich weiß nicht mehr, wann ich zum letzten Mal beim Zahnarzt war. Die Zeit vergeht so schnell“. „Ich kenne keinen Zahnarzt“. „Als Gebissträger brauche ich doch nicht mehr zum Zahnarzt zu gehen“…
Es fehlt wahrlich nicht an guten Argumenten, um nicht regelmäßig oder überhaupt nicht zum Zahnarzt zu gehen. Selbst Statistiken belegen diese Aussagen: aus den mit der CKK abgerechneten Behandlungsbescheinigungen geht hervor, dass 59 Prozent der Erwachsenen aus Wallonien und der Region Brüssel (annähernd jeder sechste) im Jahr 2017 nicht zum Zahnarzt gegangen ist (1). Diese Ziffern sind eine echte Herausforderung. Seit Inkrafttreten des „zahnärztlicher Versorgungsverlaufs“ im Jahr 2015 wird die Bevölkerung regelmäßig über die Wichtigkeit einer jährlichen zahnärztlichen Kontrolle informiert. Aufgrund des Versorgungsverlaufs werden die meisten Zahnbehandlungen niedriger vergütet, wenn im vorausgegangenen Kalenderjahr keine zahnärztliche Behandlung stattfand. Demzufolge wurde in den letzten Jahren mit einer Zunahme der Zahnarztbesuche gerechnet. Bedauerlicherweise ist das Gegenteil eingetreten, denn 53 Prozent der Erwachsenen gingen 2016 nicht zum Zahnarzt. Und dies, wo doch gerade für Mundgesundheit mit dem Sprichwort „Besser vorbeugen als heilen“ geworben wird.

Mundraum ist Spiegel der gesamten körperlichen Gesundheit
„Zu wenige Menschen bringen Mundgesundheit mit  allgemeiner Gesundheit in Verbindung“, sagt Diane van Cleynbreugel, Mitglied der Föderalen Zahnärzte-Krankenkassen-Kommission, „Unbehandelte Zahnkaries oder Parodontose (Zahnfleischerkrankungen) verursachen erhebliche Schmerzen, beeinträchtigen Ernährungsweise, Lebensqualität und Wohlbefinden und verursachen zudem Sprachstörungen“.
Darüber hinaus kann unzureichende Zahn- und Mundhygiene die Behandlung von allgemeinen Krankheiten behindern. „Zahn- und Munderkrankungen werden mit anderen nichtübertragbaren Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie Magen-, Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs in Zusammenhang gebracht“, sagt Diane van Cleynbreugel. „Einige dieser Wechselwirkungen sind nicht ohne Folgen: so kann bei Diabetes unbehandeltes Zahnfleisch den Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht bringen. Im umgekehrten Sinn begünstigt Diabetes – in deren Behandlungsverlauf der Blutzuckerspiegel verbessert wird  – Paradontalerkrankungen.
„Wenn es um das Allgemeinwohl Ihres Körpers geht,  ist es für eine Mundhygiene nie zu früh oder zu spät!“ Dies ist im Wesentlichen die Botschaft des Zahnärzteverbandes anlässlich des Weltmundgesundheitstages. „Wenn Zahnfleischbluten, Schwellungen im Bereich des Zahnfleisches oder eine nicht heilende Wunde auftreten, sollten Sie rasch zum Zahnarzt gehen“, sagt Diane van Cleynbreugel.
Heutzutage leiden 80 Prozent der über 35-jährigen Personen an Zahnfleischerkrankungen. Nicht behandelte Karies ist die am weitesten verbreitete Krankheit der Welt, aber auch diejenige, die am leichtesten zu vermeiden wäre. „Kurzum: ein gesunder Mund ist die beste Vorbeugung gegen Zahn- und Munderkrankungen und den damit verbundenen gesundheitlichen Komplikationen“, sagt der Zahnarzt. Gewährleisten Sie die fortdauernde Gesundheit Ihrer Zähne und  gehen Sie bis zum Erreichen des Erwachsenenalters (2) mindestens einmal im Jahr zum Zahnarzt, so die allgemein gültige wissenschaftliche und medizinische Empfehlung.

(1) Im Jahr 2017 haben fast 60 Prozent aller Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren den Zahnarzt mindestens einmal aufgesucht. Dieser Prozentsatz ist allerdings gering, wenn man weiß, dass alle Zahnbehandlungen – mit Ausnahme der Kieferorthopädie – zu 100 Prozent erstattet werden.
(2) Kinder sollten, sobald die Milchzähne erscheinen und bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zweimal im Jahr zum Zahnarzt gehen.

Weitere Infos

  • Die CKK hat zahlreiche Informationen zur zahnärztlichen Versorgung veröffentlicht.

 

Redaktion: Joëlle Delvaux, En Marche, Ausgabe vom 5. April 2018
Foto: © Belpress

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Edito

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

gleich zwei Mal in diesem Sommer waren steigende Gesundheitskosten ein Thema in der belgischen Presse, ganz zu schweigen von den zahlreichen Leserbriefen, die sich aus der Berichterstattung ergeben.

Einmal ging es um eine Partei, die eigentlich das soziale Sicherungssystem unseres Landes aufspalten möchte, sich aber bemüßigt fühlte, den Krankenkassen eine Lehre im guten Umgang mit öffentlichen Mitteln zu erteilen. Das andere Thema war die Anhebung des Gesundheitsindexes, der die Krankenhausversicherungen verteuert.

Nichts von dem, was wir lesen, ist frei erfunden. Das Gleiche gilt für Lesermeinungen. Allen Darstellungen ist aber anzumerken, dass sowohl Politiker als auch Journalisten und letztlich sogar das Publikum nur eine einzige Erklärung dafür haben, dass unser Sozialsystem aus dem Ruder gerät: die Krankenkassen.

Dabei arbeitet keine öffentliche Einrichtung so wirtschaftlich wie die Krankenkassen. Das ist keine Selbstbeweihräucherung, sondern erwiesene Tatsache. Private Versicherungsgesellschaften haben viel mehr Nebenkosten im Verhältnis zu ihren tatsächlichen Leistungen, als die Krankenkassen. Diese Kosten werden auf die Prämien abgewälzt. Und seit wann kommt eine Versicherung selbst dafür auf, wenn sie versehentlich Leistungen gewährt, die dem Versicherten eigentlich nicht zustehen?

Wenn die Prämien für die Krankenhausversicherungen steigen, hat das vor allem damit zu tun, dass die Versicherungen immer mehr beansprucht werden. Für viele ist das Einzelzimmer kein Luxus mehr, sondern wird als Standard betrachtet. Nur zu dumm, dass unser System es den Leistungserbringern in diesem Fall erlaubt, hohe außertarifliche Zuzahlungen zu fordern. Die Zuzahlungen für die Unterkunft wären spielend zu bewältigen, aber hier geht es um die Kosten für die Behandlung, die im Einzelzimmer keineswegs besser ist, sondern einfach nur teurer.

Eine Lösung auf freiwilliger Basis ist aber nur möglich, wenn auch die Ärzte bereit sind, das Problem zu erkennen. Andernfalls ist eine gesetzliche Abschaffung oder zumindest Deckelung der übertariflichen Arzthonorare der einzige Weg. Die Christliche Krankenkasse konnte sich mit ihrer langjährigen Forderung zumindest im Mehrbett- und im Zweibettzimmer durchsetzen. Das hilft aber alles nichts, wenn allein die Wahl eines Einzelzimmers jeden Vertrag mit den Krankenkassen außer Kraft setzt.

Ihre Präsidentin
Madeleine Grosch

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