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GESUNDHEIT

Herbst- und Winterzeit ist Grippezeit!   Im Allgemeinen trifft die Grippewelle 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung. In unserem Beitrag erinnern wir Sie daran, dass Grippesymptome – auch wenn sie weitläufig verbreitet sind – auf keinen Fall unterschätzt werden sollten. Vielleicht lesen Sie ja die folgenden Zeilen gut eingepackt unter der Bettdecke, weil auch bei Ihnen der Atemwegsinfekt bereits zugeschlagen hat.

In der Regel gilt der grippale Infekt zunächst als Bagatellerkrankung.
Je nach Übertragbarkeit des Erregers und Immunlage des Patienten kann es allerdings zu einer Ausbreitung oder sogenannten Superinfektion kommen, manchmal mit tödlichem Ausgang. Hauptverursacher der Grippe sind die hoch ansteckenden Grippeviren vom Typ A und Typ B. Die Wandlungsfähigkeit der Influenzaviren bringt unterschiedliche Virenstämme hervor, die sich in der Herbst- und Winterzeit in unseren Regionen einnisten.
„Die Rede ist von einer Superinfektion (auch Epidemie), wenn eine Mindestquote an Konsultationen für grippeähnliche Symptome in Krankenhäusern und bei Ärzten festgestellt wird“, erklärt Olga Chatzis, Fachärztin für Infektiologie in der Abteilung für allgemeine Kindermedizin an der Uniklinik Saint-Luc. „In diesem Jahr beträgt diese Quote 141 Konsultationen auf 100.000 Einwohner. Wir reden von einer Grippe-Epidemie, wenn diese Quote in zwei aufeinanderfolgenden Wochen erreicht wird.“

Eindeutige Grippesymptome
Influenza wird durch Mikrotröpfchen verbreitet, die in der Luft freigesetzt werden, sobald eine infizierte Person hustet, oder niest. Andererseits lässt sich der Grippevirus durch infizierten Speichel, Gesichts-, Hand- oder Gegenstandsoberflächen übertragen. Häufiges erstes Anzeichen für die Virusgrippe ist plötzliches und bis 40° C hohes Fieber. Jedoch können andere Symptome wie Schüttelfrost, allgemeines Schwächegefühl, Muskelschmerzen, starke Müdigkeit, trockener Husten oder Schnupfen auftreten.
Überwiegend sind die Betroffenen nach etwa drei bis sieben  Tagen wieder fieberfrei. Andere Symptome hingegen können noch ein bis zwei Wochen länger andauern. Betroffene können die Viren vom Auftreten der ersten Symptome für ungefähr fünf bis sieben Tage übertragen. Manchmal beginnt die Ansteckungsgefahr auch schon vor dem Auftreten der ersten Symptome.

Grippe vorbeugen oder behandeln
Wer fiebert und schwitzt sollte darauf achten, die verlorene Flüssigkeitsmenge durch ausreichendes Trinken wieder aufzunehmen. Achten Sie auf gute Händehygiene, um sich vor Infektionen zu schützen. Halten Sie beim Husten und Niesen die Hand vor dem Mund und werfen Sie Papiertaschentücher nach dem Gebrauch sogleich weg. Dadurch verhindern Sie die Ausbreitung des Virus. Arzneimittel lindern lediglich die Symptome. Vor allem aber gilt: körperliche Schonung und Bettruhe, damit die Grippe schnell ausheilt.

Unterschiedliche Risikogruppen
Es gibt eine Reihe von Faktoren, die eine Grippeerkrankung und Komplikationen begünstigen:
• Schwangerschaft (im zweiten und letzten Schwangerschaftsdrittel);
• Säuglinge, Kinder und Erwachsene mit einer chronischen Erkrankung (Diabetes, Herz-, Nieren-  oder Lungenerkrankung, Leberleiden, …) oder Personen mit einer Immunschwäche unter Aspirin zwischen dem 6. Monat und 18. Lebensjahr;
• Personen über 65 Jahre;
• Personen in Pflegeheimen
Bei diesen Risikogruppen wird eine Impfung dringend empfohlen. Gleiches gilt für Personen wie Pflegepersonal oder Geflügelhalter, die das Virus übertragen könnten, (Letztere können Träger von Erregerstämmen sein).

Impfstoffe gegen Grippe
Idealerweise sollten Schutzimpfungen vor dem winterlichen Virusauftritt (zwischen Mitte Oktober und Dezember) stattfinden. Die jedes Jahr vorgeschlagenen Impfstoffe schützen gegen die drei oder vier Virenstämme, die als die am weitesten verbreiteten gelten. Da nicht immer die gleichen Virenstämme aktiv sind, wird die Impfstoff-Zusammensetzung jedes  Jahr bedarfsgerecht angepasst. Bei Erwachsenen kann so eine Wirksamkeit von 80 Prozent; bei betagten Menschen oder Personen mit einem schwachen Immunsystems oder einer chronischen Erkrankung von 40 Prozent erreicht werden. Trotz vorheriger Schutzimpfung kann eine Infektion auftreten; in diesen Fällen tritt die Krankheit in der Regel schwächer auf und vor allem ist das Komplikationsrisiko stark reduziert. Bei chronisch Kranken vermindert eine Impfung zudem das Risiko einer Verschlimmerung.

Was tun, wenn ich die rechtzeitige Impfung im Herbst verpasst habe?
Auch eine spätere Impfung ist meist noch sinnvoll. Insbesondere, wenn die Grippewelle noch nicht eingesetzt oder gerade erst begonnen hat.
Auf die Frage, ob es denn noch sinnvoll sei, sich impfen zu lassen, wenn die Grippewelle bereits eingesetzt hat, antwortet Dr. Olga Chatzis: „Ja und nein“,  denn es dauert immerhin zwei Wochen, bis der Impfstoff seine volle Wirksamkeit entfalten kann und die Person kann ja  nicht wissen, wann sie mit dem Virus in Kontakt getreten ist. Für Risikopersonen ist es nicht zu spät, da der Impfstoff die Grippesymptome doch spürbar abschwächen kann. Die Grippewelle kann immerhin bis Mitte März andauern.“
Auf der anderen Seite ist es wichtig – auch wenn die Impfung sehr spät erfolgte, diese vorbeugende Maßnahme im Herbst zu wiederholen, da die Virusstämme von Jahr zu Jahr ändern. Eine jetzt oder in den kommenden Wochen durchgeführte Schutzimpfung gilt nicht für die Grippewelle Herbst-Winter 2018/2019″.

Wie steht es um die Kostenerstattung?
Risikopersonen, die in den Empfehlungen des Hohen Gesundheitsrates erwähnt werden, erhalten für den Ankauf der Impfstoffe vom LIKIV (Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung), eine teilweise Kostenerstattung (40 Prozent), unter der Voraussetzung, dass der Arzt auf seiner Verordnung „Drittzahlersystem“ vermerkt hat. Darüber hinaus erhalten die CKK-Versicherten, deren Beiträge ordnungsgemäß eingegangen sind, eine Kostenerstattung von bis zu 25 Euro pro Jahr für die Grippe-Schutzimpfung.

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Edito

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

böse Zungen behaupten, man könne an der Zahl der Baustellen auf unseren Straßen ermessen, dass demnächst Wahlen anstehen. Schade, dass so wenige Wahlberechtigte tatsächlich über den bevorstehenden Urnengang auf dem Laufenden sind. „Wenn ich nicht müsste, würde ich nicht wählen“. Wer hört in dieser Zeit nicht mindestens einmal am Tag diesen Satz? Und dennoch, Wahlen sind für die Demokratie, was für die Kirche Weihnachten und Ostern sind. Wir gehen kaum noch hin, aber an diesen Tagen erinnert sich mancher daran, dass er irgendwie noch Teil dieser Gemeinschaft ist.

Das ist zwar nur ein kleiner Trost für die Bewegung, aber wer hingeht, signalisiert zumindest das Bewusstsein für ein gemeinsames Projekt. Die größten Feinde der Demokratie sind die Politikverdrossenheit („Das ist doch immer dasselbe Lied“) und der Fatalismus („Es ändert sich eh nichts“). Belgien ist eines der wenigen Länder, in denen Wahlpflicht herrscht. Sicher ändert das nicht viel am Wahlergebnis. Aber es zwingt uns, hin wieder über Politik nachzudenken, und das ist schon viel. Gerechtigkeit, Wohlstand, Sicherheit, Zusammenhalt, Familie, Frieden, Arbeit, Gesundheit… das sind Themen, bei denen wir alle hellhörig werden.

Nicht zufällig sind das auch die Anliegen der Christlichen Krankenkasse. Auch wenn wir keine Politik machen, hängt es von den Entscheidungen der Gewählten ab, ob wir unserem Auftrag in diesem Sinne gerecht werden können. Wer sagt also, dass wir kein Interesse mehr an der Politik haben? Wenn wir demnächst wieder an die Urnen müssen, sollten wir diese Wahl wie einen Neubeginn auffassen. Tun wir einfach so, als ob es das erste Mal sei. Dann werden wir uns auf jeden Fall eher mit dem Programm, den Versprechungen und den tatsächlichen Leistungen der Parteien und Personen auseinandersetzen. Unsere Stimme wird dann dieses Gemeinwesen etwas in Richtung soziale Gerechtigkeit, Wohlstand und Gesundheit für alle lenken. Das wünsche ich uns allen in dieser wichtigen Zeit des Umbruchs.

Ihre Präsidentin
Madeleine Grosch

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