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SOZIALES

Neuerungen seit Oktober

Wenn Sie arbeitsunfähig krankgeschrieben sind und Ihr Gesundheitszustand die Hilfe einer Drittperson für bestimmte Alltagsverrichtungen rechtfertigt, können die Geldleistungen der Krankenkasse um eine Ergänzungszahlung erhöht werden, den sogenannten Zuschlag für die Hilfe einer Drittperson. Wenn Sie der Überzeugung sind, diese Voraussetzungen zu erfüllen, zögern Sie nicht mit Ihrem Vertrauensarzt oder mit dem Sozialdienst Ihrer Krankenkasse zu sprechen.

Ob der Zuschlag für die Hilfe einer Drittperson gewährt wird, prüft das Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung (LIKIV) auf Vorschlag des Vertrauensarztes, der die Notwendigkeit der Hilfe einer Drittperson nach dem Verlust Ihrer Eigenständigkeit beurteilen muss, wenn es um bestimmte Alltagsverrichtungen geht.

Die Notwendigkeit der Hilfe einer Drittperson wird nur unter bestimmten Voraussetzungen anerkannt:

  • Die Anerkennung kann ab dem 1. Tag des vierten Monats der Arbeitsunfähigkeit anerkannt werden, und zwar für eine Mindestdauer von drei Monaten (die gegebenenfalls verlängert werden kann, wenn vor Ende des Anerkennungszeitraums ein Verlängerungsantrag gestellt wird).
  • Der Vertrauensarzt prüft, in welchem Maße Sie für die Alltagsverrichtungen auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Wenn Sie 11 Punkte auf einer Gesamtskala von 18 Punkten in einer Bewertungstabelle erreichen, erhalten Sie den pauschalen Zuschlag.
  • Der Vertrauensarzt übermittelt dem Hohen Ausschuss des ärztlichen Invaliditätsrates ein Gutachten. Nur dieses Gremium darf über die Gewährung eines Zuschlags entscheiden.
  • Der Zuschlag für die Hilfe einer Drittperson darf Patienten, die sich in einem Altenheim, einem Alten- und Pflegeheim, einem Genesungsheim oder einem Krankenhaus befinden, nicht gewährt werden.

Die Höhe de Leistung seit Oktober 2017

Arbeitnehmer und Selbstständige, ob Haushaltsvorstand, Zusammenwohnende oder Alleinstehende, erhalten ab dem 1. Oktober 2017 einen Pauschalbetrag von 21,85 Euro je Tag ab dem vierten Monat der Arbeitsunfähigkeit (dieser Betrag kann dem Index der Lebenshaltungskosten angepasst werden). Der Zuschlag für die Hilfe einer Drittperson wird nicht besteuert.
Vom 1. Oktober 2017 an erhalten Arbeitnehmer eine einmalige Aufholprämie. Sie gilt rückwirkend ab dem 1. Mai 2017 und beträgt 1,02 Euro/Tag am 1. Mai 2017 und 1.04 Euro/Tag vom 1. Juni bis 30. September 2017 (diese zusätzlichen Geldleistungen sind nicht steuerbar). 

Gut zu wissen

  • Bei einem Aufenthalt in einem Krankenhaus oder in einem Alten- und Pflegeheim wird der Zuschlag für die Hilfe einer Drittperson nicht gewährt. Die Zahlungen werden grundsätzlich ab dem ersten Tag des dritten Monats der Unterbringung bis zur Entlassung ausgesetzt. Bei Inhaftierung oder Internierung werden die Zahlungen ab dem ersten Tag ausgesetzt.
  • Invaliden, die unter einem Dach mit anderen zusammenwohnen, müssen auf die finanziellen Auswirkungen achten. Bei einem Paar kann der Zuschlag für die Hilfe einer Drittperson nämlich für einen der beiden Partner steuerlich ungünstig sein (hat aber das LIKIV die Anerkennung erst einmal ausgesprochen, kann sie nicht mehr rückgängig gemacht werden).

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Kundenberater oder einem Telekundenberater unter der Rufnummer 087 32 43 33.

 

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Edito

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

gleich zwei Mal in diesem Sommer waren steigende Gesundheitskosten ein Thema in der belgischen Presse, ganz zu schweigen von den zahlreichen Leserbriefen, die sich aus der Berichterstattung ergeben.

Einmal ging es um eine Partei, die eigentlich das soziale Sicherungssystem unseres Landes aufspalten möchte, sich aber bemüßigt fühlte, den Krankenkassen eine Lehre im guten Umgang mit öffentlichen Mitteln zu erteilen. Das andere Thema war die Anhebung des Gesundheitsindexes, der die Krankenhausversicherungen verteuert.

Nichts von dem, was wir lesen, ist frei erfunden. Das Gleiche gilt für Lesermeinungen. Allen Darstellungen ist aber anzumerken, dass sowohl Politiker als auch Journalisten und letztlich sogar das Publikum nur eine einzige Erklärung dafür haben, dass unser Sozialsystem aus dem Ruder gerät: die Krankenkassen.

Dabei arbeitet keine öffentliche Einrichtung so wirtschaftlich wie die Krankenkassen. Das ist keine Selbstbeweihräucherung, sondern erwiesene Tatsache. Private Versicherungsgesellschaften haben viel mehr Nebenkosten im Verhältnis zu ihren tatsächlichen Leistungen, als die Krankenkassen. Diese Kosten werden auf die Prämien abgewälzt. Und seit wann kommt eine Versicherung selbst dafür auf, wenn sie versehentlich Leistungen gewährt, die dem Versicherten eigentlich nicht zustehen?

Wenn die Prämien für die Krankenhausversicherungen steigen, hat das vor allem damit zu tun, dass die Versicherungen immer mehr beansprucht werden. Für viele ist das Einzelzimmer kein Luxus mehr, sondern wird als Standard betrachtet. Nur zu dumm, dass unser System es den Leistungserbringern in diesem Fall erlaubt, hohe außertarifliche Zuzahlungen zu fordern. Die Zuzahlungen für die Unterkunft wären spielend zu bewältigen, aber hier geht es um die Kosten für die Behandlung, die im Einzelzimmer keineswegs besser ist, sondern einfach nur teurer.

Eine Lösung auf freiwilliger Basis ist aber nur möglich, wenn auch die Ärzte bereit sind, das Problem zu erkennen. Andernfalls ist eine gesetzliche Abschaffung oder zumindest Deckelung der übertariflichen Arzthonorare der einzige Weg. Die Christliche Krankenkasse konnte sich mit ihrer langjährigen Forderung zumindest im Mehrbett- und im Zweibettzimmer durchsetzen. Das hilft aber alles nichts, wenn allein die Wahl eines Einzelzimmers jeden Vertrag mit den Krankenkassen außer Kraft setzt.

Ihre Präsidentin
Madeleine Grosch

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