Keine Wurzeln schlagen: Die Eiche zieht um!

Die Eiche ist eine Bewegung in Bewegung: Die Partnerorganisation der CKK ist als Erwachsenenbildungseinrichtung durch die Deutschsprachige Gemeinschaft anerkannt und bietet ihrem Zielpublikum eine große Auswahl an Kursen, Weiterbildungen, Ausfahrten und Reisen. Um dieses Angebot aufrechterhalten und weiter ausbauen zu können, bezieht die Bewegung in diesen Tagen neue Räumlichkeiten in der Eupener Citypassage. Geschäftsführer Roger Rauw informiert im Interview zu den Entwicklungen bei Die Eiche VoG.

Herr Rauw, Die Eiche erweitert ihre Räumlichkeiten: Das Lern- und Begegnungszentrum am Josephine-Koch-Park in Eupen wird um die bisherigen „Oxfam“-Räume ergänzt. Weshalb diese Maßnahme?

Es gab verschiedene Beweggründe. Einerseits boten unsere Büros in der Klosterstraße zu wenig Platz, und andererseits war es unser Bestreben, mit dem Sekretariat möglichst nah an den Angeboten zu sein, damit die Wege in Zukunft einfach kürzer sind.

Wurde die Entscheidung kurzfristig getroffen oder besteht seit längerem der Wille, die Fläche zu erweitern?

Eigentlich hatten wir dieses Ziel schon vor Augen, bevor Oxfam die Räumlichkeiten angemietet hat. Doch damals fehlte uns der Mut und die Ausgangssituation war nicht so günstig für uns. Die Zeit war einfach noch nicht reif. Jetzt ergab sich erneut die Möglichkeit, die Räumlichkeiten übernehmen zu können. Im letzten Sommer dann haben sich unsere Überlegungen konkretisiert und wir sind die Verhandlungen angegangen.

Wie lange wurde in den bisherigen „Oxfam“-Räumen renoviert? Welche Arbeiten wurden vorgenommen?

Die Unterschrift unter den Mietvertrag wurde am 2. Dezember geleistet. Damit war uns klar, dass Herbstferien, Weihnachten, Silvester und Karneval für uns „ins Wasser fallen“ würden. Von diesem Tag an haben die Arbeiten an nur zwei Tagen stillgestanden. Wir haben alle Räume gleichzeitig angepackt, die alten und die neuen. Insgesamt sind vier verschiedene Säle von jeweils etwa 100 m2 entstanden: ein Fitnessraum, ein Aufenthalts- und Seminarraum, ein Bürotrakt und ein Ruheraum. Wir haben in zwei Bereichen Fußbodenheizung verlegt, eine neue Beleuchtung und Luftreiniger installiert, den Bodenbelag erneuert, Umkleidekabinen hergerichtet, neue Küchen installiert, Wände gezogen, Büros eingerichtet usw. Die Innenbereiche des Gebäudes wurden vollständig erneuert.

Die Verwaltung von Die Eiche zieht ebenfalls in die Citypassage in der Kirchstraße. Wann wird der Umzug vollzogen sein, welche Möglichkeiten bringt er mit sich und was geschieht mit den Räumen in der Klosterstraße, in denen die Eiche bislang untergebracht war?

Sobald es uns die Maßnahmen, die von der Regierung in Bezug auf die Coronakrise ergriffen wurden, erlauben, werden wir den Umzug in die Citypassage angehen. Unser Ziel war eine großangelegte Eröffnungsfeier am 27. und 28. März, darauf hatten wir hingearbeitet. Dann hat die Ausbreitung des Virus unsere Pläne durchkreuzt. Wir sind sehr enttäuscht, weil wir eine schier unbegrenzte Energie und jede Menge Herzblut im Wettlauf gegen die Zeit aufgebracht haben und dann so ausgebremst werden. Vom finanziellen Verlust ganz abgesehen. Die VoG Alteo wird unsere Nachfolge in der Klosterstraße antreten.

Das Angebot von Die Eiche ist breit aufgestellt. Kommen durch den zusätzlichen Platz auch zusätzliche Kurse und Weiterbildungen hinzu?

Bei der Eiche ist immer etwas los! Getreu unserem Leitsatz „aktiv, attraktiv, informativ“ sind wir ständig bedacht, am Puls der Zeit zu sein und für die Menschen Angebote zu schaffen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Neu im Programm sind Energy Dance, Seelensport, MamiSport, MamiYoga, Pound und Fatburn Mix. Weitere Angebote sollen folgen. Im Sommer wollen wir den ostfriesischen Freizeitsport „Boßeln“ und die „Spaziertreffs“ einführen. Zudem trägt die entstandene Infrastruktur dazu bei, unser Netzwerk und unsere Kontakte auszubauen. So hat beispielsweise seit dem 20. Januar der Mittagstisch des ÖSHZ in Partnerschaft mit der Josephine-Koch-Stiftung ein Zuhause bei uns gefunden. Jetzt müssen wir aber erstmal darauf vertrauen, dass bald wieder der Alltag einkehrt.

Ein wenig Hintergrundgeschichte: Wann wurde die Eiche VoG ins Leben gerufen und wie hat sich die Vereinigung im Laufe der Jahre verändert?

Als VoG gibt es unsere Vereinigung seit 1992. Der Grundstein wurde aber schon viele Jahre früher durch die Gründung von Seniorengruppen durch die Christliche Krankenkasse gelegt, „um Menschen nach der langen Arbeitslaufbahn einen verdienten Ausgleich zu bieten“. Mit der Schaffung der VoG wurden wir dann anerkannte Erwachsenenbildungsorganisation in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Früher waren wir eine reine Seniorenbewegung. Obwohl wir weiterhin auf die Vertretung der Interessen von Senioren in Gesellschaft und Politik bedacht sind, richten sich unsere Angebote inzwischen auch an ein jüngeres, berufstätiges Publikum. Die Eiche ist heute eine große Familie, in der sich Jung und Alt respektvoll begegnen und bewegende Momente und Erfahrungen miteinander teilen.

Wie funktioniert die Eiche VoG? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem französischen Pendant Enéo und mit der Christlichen Krankenkasse?

Wir haben einen geschäftsführenden Ausschuss und einen übergeordneten Regionalvorstand. Für beide Gremien sind neue, motivierte Mitglieder herzlich willkommen! Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Leser, den diese Arbeit interessieren könnte und der sich in unseren Werten und Überlegungen wiederfindet. Mit Enéo pflegen wir einen punktuellen Austausch und arbeiten ab und an synergetisch zusammen, beispielsweise beim „Vorsorge-Leitfaden“, der auf Initiative der Eiche erstellt wurde. Mit der Christlichen Krankenkasse sind wir in ständigem Austausch und führen regelmäßig gemeinsame Projekte durch. Durch unsere gesundheitsfördernde und präventive Arbeit tragen wir zum allgemeinen Wohlbefinden bei – dies auch im Sinne der solidarischen Philosophie der Christlichen Krankenkasse.

Was sind die Zielsetzungen für die Zukunft?

Die Zukunft wird auf jeden Fall spannend. Schließlich sind in der Citypassage nicht nur neue Räumlichkeiten entstanden. Vielmehr ist das Eiche-Zentrum als breitgefächertes Projekt zu betrachten. Die Eiche VoG ist ein dynamischer und zuverlässiger Partner für viele Menschen und Vereinigungen. Hier ist immer viel los und hier ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für Synergien und Zusammenarbeit. Wir freuen uns darauf und sehen uns gut aufgestellt für die Zukunft.

Mehr Infos: die-eiche.be

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