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EDITO

Zum Tag der Patientenrechte am 18. April

Der 18. April ist der europäische Tag der Patientenrechte. Vor diesem Hintergrund möchte die Christliche Krankenkasse (CKK) auf ein Recht aufmerksam machen, das vielen Menschen nicht geläufig ist: Die Bezeichnung einer Vertrauensperson, die den Patienten bei einem Arztbesuch begleitet und ihm hilft, seine Rechte wahrzunehmen. Und wenn der Patient selbst nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen, kann ein Vertreter dies an seiner Stelle tun – im Interesse des Patienten und unter Achtung seines Willens.

Zahlreiche Patienten haben bei einem Arztbesuch die Befürchtung, den Erklärungen des Mediziners nicht folgen zu können oder schlichtweg Angst vor der Diagnose. Im Rahmen einer Aufstellung von Erfahrungsberichten, die im vergangenen Dezember von der CKK durchgeführt wurde, haben etwa 100 Personen ihre Erfahrungen als Vertrauensperson oder als Vertreter geschildert. Alle Aussagen zur Vertrauensperson zeugen von den zahlreichen Vorteilen, die es mit sich bringt, sich von einer nahestehenden Person beim Arztbesuch begleiten zu lassen: vier Ohren hören und verstehen besser als zwei, die Vertrauensperson kann ergänzende Fragen stellen, der Patient fühlt sich unterstützt und somit sicherer. All dies trägt zu einer besseren Begleitung durch den Arzt und zu einer korrekten Behandlung bei. Meistens nimmt der Lebenspartner oder ein volljähriges Kind die Rolle der Vertrauensperson ein, es kann sich aber auch um ein Elternteil, die Geschwister oder einen Bekannten des Patienten handeln.

Die Rolle der Vertrauensperson darf nicht mit der Rolle des gesetzlichen Vertreters verwechselt werden. Erstere begleitet und berät den Patienten – der Vertreter jedoch trifft Entscheidungen für den Patienten und handelt im Sinne des Patienten, wenn dieser dazu nicht mehr in der Lage ist. Dies ist beispielsweise bei demenzkranken oder komatösen Patienten der Fall.

Die Bezeichnung eines Vertreters wird anhand einer festgelegten Prozedur geregelt. Wenn der Patient keinen Vertreter bezeichnet hat, als er selbst dazu noch in der Lage war, interveniert das Gesetz und schreibt eine Rangordnung vor: der Ehepartner oder der mit dem Patienten gesetzlich zusammen lebende Partner, ein volljähriges Kind, ein Elternteil, volljährige Geschwister. In bestimmten Situationen kann auch ein vom Friedensrichter ernannter, sogenannter Betreuer der Person die Rolle des Vertreters übernehmen. Wenn der Patient mit dieser gesetzlichen Rangfolge einverstanden ist, muss er nichts unternehmen. Falls nicht, sollte der Patient selbst aktiv werden und einen Vertreter bezeichnen. „Daher ist es von grundlegender Bedeutung, bereits im Vorfeld mit seinen Angehörigen über das Thema Vertreter zu sprechen, um die eigenen Vorstellungen klar zu definieren“, so Elisabeth Degryse, Nationalsekretärin der CKK. Die Christliche Krankenkasse plädiert für eine Vereinfachung der Erfassung der Angaben von Patienten-Vertretern. Diese Informationen sollten zentralisiert werden und für Gesundheitsdienstleister zugänglich sein.

Die Bezeichnung einer Vertrauensperson ist einfacher als die Bezeichnung eines Vertreters und kann auf informelle Weise getätigt werden. Es ist nicht notwendig, ein Dokument zu unterzeichnen – auch wenn dies möglich ist und die gegenseitigen Verpflichtungen der begleiteten Person und ihrer Vertrauensperson genauer definieren kann.

Obwohl es relativ einfach ist, eine Vertrauensperson zu bezeichnen, gibt es weiterhin Patienten, für die keine Vertrauensperson existiert. „Auch diese Patienten müssen ihre Rechte wahrnehmen dürfen“, betont Elisabeth Degryse. Die CKK schlägt vor, dass dem Gesundheitssektor nahe stehende Vereinigungen mit sozialer Zielsetzung staatliche finanzielle Mittel erhalten, um hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter im Hinblick auf eine Rolle als Vertrauensperson schulen zu können. Diese könnten jenen Patienten zur Seite stehen, die sich nicht auf ein soziales Netzwerk berufen können.

Weitere Informationen unter www.ckk-mc.be/ihrerechte.

Elisabeth Degryse, CKK, Nationalsekretärin

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Edito

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Die Frage der Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von Arzneimitteln hat in letzter Zeit viel Raum in der Medienlandschaft eingenommen. Ob es um die Behandlung schwerer, seltener, chronischer oder akuter Krankheiten geht: wir wissen, dass nichts bestimmte Arzneimittel ersetzen kann. Doch wir wissen auch, dass sie das Gemeinwesen finanziell stark belasten. Die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Arzneimitteln werden in den kommenden Jahren eine große Herausforderung darstellen, für die die Christliche Krankenkasse sich mehr denn je einsetzen wird.

Doch wir sind der Ansicht, dass die Gesundheit unserer Gesellschaft auch durch eine andere, nicht patentierte Behandlung geschützt werden kann. Sie ist für jedermann frei verwendbar und hat nur positive Nebenwirkungen: das Zusammenleben. Zahlreiche Studien zeigen, dass die soziale Isolation und mangelnde Integration einen Zustand hervorrufen, der im Allgemeinen mit einer schlechteren körperlichen oder geistigen Verfassung in Verbindung steht. Andere wissenschaftliche Arbeiten kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass eine Freiwilligentätigkeit zum seelischen und körperlichen Wohlbefinden der Person beiträgt, die sie ausübt.

Was wäre, wenn wir uns überlegen würden, allem was zum Zusammenleben beiträgt, mehr Aufmerksamkeit zu schenken als bisher? Öffentliche Investitionen in die Förderung entsprechender Projekte können das Vorhaben nicht alleine schultern – denn die Unterstützung des Zusammenlebens ist nicht nur eine Frage der Finanzierung, sondern auch eine Frage der Kultur, der Bildung und des Wohlwollens.

Verbände, Strukturen, Schulen und Universitäten müssen sich an der Entwicklung von Verhaltensweisen beteiligen, die das Zusammenleben fördern. Die Medien, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Politiker müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Aber auch ein jeder von uns trägt Verantwortung: Sie und ich! Können wir erwarten, dass jeder von uns seine Fähigkeit, Bindungen zu anderen Menschen einzugehen, an der Organisation unserer Welt teilzunehmen, sei es auf kleiner oder großer Ebene, wieder in den Mittelpunkt seiner Bemühungen stellt? In einer Zeit, da unser Land gemeinschaftliche Turbulenzen durchlebt, in der die Gesellschaft mobilisiert werden muss, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, besteht die dringende Notwendigkeit, den Weg wieder einzuschlagen, der zu Verhaltensweisen ermutigt, die Begegnung, eine gesunde, durchsetzungsstarke und fürsorgliche Beziehung fördern. Die Teilhabe ist Teil der Lösung! Wohlbefinden und Gesundheit sind das Ergebnis.

Madeleine Grosch
Verwaltungsratspräsidentin

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