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SOZIALES

Als erster Schritt zur Anerkennung von Menschen mit chronischen Erkrankungen wurde im Jahr 2013 der Status „Chronische Erkrankung“ ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen die gesetzlichen Ansprüche, die Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen helfen sollen, ihre Gesundheitskosten zu verringern.

Den Status einer chronischen Erkrankung wird automatisch den Personen zuerkannt, die während acht aufeinanderfolgenden Quartalen (d.h. während zwei vollen Kalenderjahren) mindestens 325,35 Euro pro Quartal für ihre Gesundheitsversorgung ausgegeben haben. Zu den berücksichtigten Gesundheitsausgaben gehören die vom Patienten getragenen Selbstbehalte (gesetzliche Eigenanteile) und die im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung übernommenen Beträge, nicht betroffen sind die Zusatzhonorare der nicht vertraglich gebundenen Ärzte. (1). Der Status einer chronischen Erkrankung wird auch Personen zugesprochen, die in den Genuss der Pflegepauschale (2) kommen, und zwar automatisch ab dem 1. Januar des Jahres nach dem Anspruchsbeginn.

Laufzeit des Status
Im Allgemeinen wird der Status einer chronischen Erkrankung für einen Zeitraum von zwei Jahren gewährt; bei unveränderten Ausgaben kann von Jahr zu Jahr (automatisch) verlängert werden. Die Krankenkasse informiert die anspruchsberechtigten Personen schriftlich. Sobald eine Person an einer seltenen Krankheit leidet (3) und das erste Bezuschussungskriterium erfüllt (Mindestausgaben in Höhe von 325,35 Euro pro Quartal), erhält sie den Status für einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Anerkennung kann ebenfalls verlängert werden. Konkret sieht das folgendermaßen aus: wenn eine von einer seltenen Krankheit betroffene Person von ihrer Krankenkasse ein Schreiben erhält, worin sie über die Statuszulassung informiert wird, erhält sie gleichzeitig die Aufforderung, eine fachärztliche Bescheinigung über ihre Krankheit an den Vertrauensarzt zu schicken, damit eine Anerkennung für fünf Jahre gewährt werden kann. Bei gleichbleibenden Ausgaben ist der Anspruch auf den Status verlängerbar, sofern ein aktuelles ärztliches Attest vorliegt. Wenn eine Person nicht mehr dafür in Frage kommt, wird sie schriftlich durch die Krankenkasse darüber in Kenntnis gesetzt.

Die mit dem Status verbundenen Leistungen
Der Anspruch umfasst zwei Vorteile und Leistungen :

  • Eine Reduzierung um 100 Euro der Obergrenze für die Berechnung der maximalen Gesundheitsrechnung (MAGER), insofern die Person nicht bereits durch andere gesetzliche Regelungen (4) Anspruch auf eine Reduzierung hat. Das MAGER-Modell wurde entwickelt, um den Zugang zu den Gesundheitsleistungen zu erleichtern. Sobald die gesetzlichen Eigenanteile (Selbstbehalte) einen bestimmten Mindestbetrag überschreiten, werden die meisten Gesundheitsleistungen vollständig erstattet. Der Status einer chronischen Erkrankung hat den Vorteil der rascheren Kostenerstattung. Dieser Anspruch wird automatisch errechnet und überwiesen; Sie brauchen nichts zu unternehmen.
  • Beim Arzt (Allgemeinmediziner oder Facharzt) und beim Zahnarzt haben Sie Anspruch auf das Drittzahlersystem: Sie bezahlen lediglich Ihren persönlichen Honoraranteil und etwaige Honorarzuschläge. Praktisch geht das folgendermaßen: Sie bitten den Arzt oder Zahnarzt um die Anwendung des Drittzahlersystems und legen ihm ein Schreiben Ihrer Krankenkasse vor, worin der Status einer chronischen Erkrankung anerkannt wird. Einige Leistungserbringer haben einen Online-Zugang zu dieser Anerkennung, so dass Sie das Schreiben der Krankenkasse nicht benötigen. Die Krankenkasse überweist dem Leistungserbringer den Restbetrag für die Beratung. Die Anwendung des Drittzahlersystems ist für den Leistungserbringer allerdings nicht bindend.

 

Wenn Sie das Anerkennungsschreiben der Krankenkasse nicht mehr finden
Sollten Sie die Anerkennung nicht mehr finden, kontaktieren Sie die örtliche CKK-Geschäftsstelle. Die meisten Leistungserbringer können online überprüfen, ob eine Anerkennung vorliegt.

(1) www.ckk-mc.be/VertraglicheVereinbarungen
(2) Der Status einer chronischen Erkrankung sollte nicht mit der Pflegepauschale verwechselt werden. Die Pflegepauschale (auch Festbetrag für Pflege) ist eine jährliche Beihilfe, die chronisch kranken Patienten gezahlt wird, die in hohe Maße pflegebedürftig sind und sehr hohe Gesundheitsausgaben zu bestreiten haben. Weiterführende Infos unter diesem Link.

Weitere Infos
Antworten auf häufig gestellte Fragen in Bezug auf den Status einer chronischen Erkrankung finden Sie unter diesem Link.

Der Infopunkt für chronische Patienten
Den Infopunkt für chronische Patienten darf jeder Patient, der unter einer chronischen Erkrankung leidet, ob Mitglied der CKK oder nicht, anrufen. Weitere Infos unter diesem Link.

Haben Sie weitere Fragen zu Ihrer persönlichen Lage? Dann kontaktieren Sie den Infopunkt für chronische Patienten über das Kontaktformular oder per E-Mail unter diesem Link. Hinter dem Bildschirm arbeitet ein erfahrenes Team, das die geltenden Gesetze sehr gut kennt und Ihnen innerhalb von drei Werktagen antwortet. Falls erforderlich, werden Sie an die zuständige Dienststelle verwiesen, die Sie bei allen Formalitäten begleitet.

 

Eine Information des Infopunkt für chronische Patienten vom 21. März 2019

Foto: @iStock

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Edito

Liebe Leserinnen und Leser,

das Coronavirus hält unser Land, Europa, die Welt in Atem. Wir sind mit Einschränkungen und Entbehrungen konfrontiert, wie sie unsere moderne Gesellschaft bislang nicht kannte. Die Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus wurden getroffen, um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden. Diese Entscheidungen fielen zum besonderen Schutz von Risikogruppen, also der schwächeren Mitglieder unserer Gesellschaft, und somit vollkommen zu Recht. Wir sollten diese Zeit nutzen, um darüber nachzudenken, wie wir unser Gesundheitssystem künftig besser aufstellen können.

Denn mehr denn je wird uns vor Augen geführt, wie sehr wir auf das Gesundheitswesen und seine Akteure angewiesen sind. Gemeinsam haben sich Ärzte, Pflegepersonal und Krankenkassen in der Vergangenheit für eine höhere Anerkennung unseres Sektors eingesetzt – und wurden kaum gehört. Wir alle verstehen jetzt mehr denn je, dass ein Großteil der aktuell unentbehrlichen Dienstleister aus eben jenen Sektoren kommen, die unterbezahlt und unterbewertet zugleich sind. Das muss sich ändern: Wer sich bis zur Erschöpfung für das Gemeinwohl einsetzt, darf nicht nur moralische, sondern muss auch finanzielle Anerkennung erfahren!

Aber die Coronakrise legt noch ein weiteres Defizit offen: sozialschwache und/oder isolierte Menschen sind besonders stark betroffen – ihre Lage könnte sich aufgrund von Verwahrlosung oder des eingeschränkten Zugangs zu wichtigen Diensten noch weiter verschlechtern. Personen mit eingeschränkter Mobilität oder einer körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigung sind stark vom Engagement ihrer Mitmenschen abhängig. Und auch all jene, die auf unbestimmte Zeit in Kurzarbeit geschickt wurden, sehen einer nun ungewissen Zukunft entgegen.

In den Augen der CKK ist es daher von Bedeutung, dass das Prinzip der Solidarität nicht nur während der derzeitigen Krise, sondern auch künftig im Rahmen der Gesundheits- und Präventionspolitik Anwendung findet. Unser Gesundheits-wesen sollte daher zu allererst in die Dienste der Menschen gestellt werden. Diese Krise könnte eine Chance darstellen, verkrustete Strukturen aufzubrechen, eingetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu beschreiten. Die Refinanzierung der Sozialen Sicherheit, die Modernisierung des Krankenhausnetzwerkes und die Einsetzung einer ambitionierten Strategie für das Gesundheitswesen sollten unsere Schlussfolgerungen sein. Unser System muss sozial, nachhaltig und steuerlich gerecht aufgestellt werden.

Seien Sie versichert: Sie können sich sowohl in der aktuellen Situation als auch künftig auf die CKK als Ihren starken Gesundheitspartner verlassen. Wir bleiben an Ihrer Seite. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Madeleine Grosch
Verwaltungsratspräsidentin

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