12 Schwerpunkte für das Gesundheitswesen von morgen

2019 wird ein Superwahljahr: Auf Ebene der Gemeinschaften, der Regionen, des Föderalstaates und der Europäischen Union finden Wahlen statt.  Die Christliche Krankenkasse (CKK) legt den Politikern zwölf Schwerpunkte ans Herz, die aus ihrer Sicht für eine hochwertige und erschwingliche Versorgung wichtig sind. Diese zwölf Schwerpunkte sind ein Auszug aus „Gesundheit und Wohlbefinden sichern!“, dem Memorandum der CKK zu den Wahlen 2019.  Beide Dokumente sind auch als PDF-Dateien abrufbar.

1. Keine Honorarzuschläge mehr im Krankenhaus

Zuzahlungen im Krankenhaus fließen zu 62 Prozent den Ärzten zu, die aber einen Einzelzimmerpatienten nicht anders behandeln als alle anderen Patienten.  Seit Jahren fordert die CKK deshalb auch eine Abschaffung der Zweiklassenmedizin.

2. Bedarfsorientierte Neuausrichtung der Versorgung

Wenn die medizinische Behandlung abgeschlossen ist, sollte eine Verlegung in andere Einrichtungen oder eine Entlassung nach Hause durch einen entsprechenden Ausbau der häuslichen Pflege und der Mobilitätsförderung ermöglicht werden.

3. Substitutionsrecht der Apotheker

Mit der Zustimmung des Patienten darf der Apotheker für bestimmte Arzneimittel die billigste gleichwertige Alternative auswählen. Dieses sogenannte Substitutionsrecht sollte für alle Verschreibungen gelten.

4. Übertragung von Aufgaben und neue Gesundheitsberufe

Der Ärztemangel wird dazu führen, dass andere Gesundheitsberufe bestimmte Aufgaben übernehmen müssen, wie zum Beispiel Dentalhygieniker oder Optiker.  Die CKK empfiehlt eine langfristige operative Planung auf allen Kompetenzebenen.

5. Für eine bessere Lebensqualität

Ein Drittel der mehr als 400.000 Langzeitpatienten leidet unter psychischen Problemen. Privatleben und Beruf sind besser in Einklang zu bringen durch flexiblere Arbeitszeiten, Verlängerung des Mutterschutzes, mehr Heimarbeit und bessere Kinderbetreuung.

6. Stärkung und Aufwertung ehrenamtlicher Arbeit

Das Ehrenamt ist ein wichtiger Pfeiler des sozialen Zusammenhaltes und deshalb besonders zu fördern, zum Beispiel durch einen eigenen Status.

7. Fokus auf Prävention und Gesundheitsförderung

Unser Gesundheitswesen darf nicht länger auschließlich auf Heilung von Krankheiten ausgerichtet bleiben. Krankheitsvermeidung und Gesundheitsförderung sind mindestens genauso wichtig.  Das Prinzip „Gesundheit in allen Politikbereichen“ ist daher umgehend in die Praxis umzusetzen.

8. Optimale gemeinsame Datennutzung fûr eine bessere Versorgung

Kommunikation ist wesentlicher Bestandteil eines integrierten Gesundheitsmodells.  Wir brauchen eine leistungsfähige und interoperable digitale Plattform, auf der alle nützlichen Informationen zusammenfließen und geteilt werden.

9. Bessere Zusammenarbeit zwischen den Behörden

Nicht weniger als neun Minister sind für unser Gesundheitswesen zuständig.  Um diese Zersplitterung zu überwinden, benötigen wir ein föderales strategisches Beratungs- und Ausrichtungsorgan.

10. Case-Management-Gesundheitskoordinator

Ein Case-Manager koordiniert das gesamte Versorgungsangebot für Patienten. Die CKK plädiert für die Weiterentwicklung der Funktion des Case-Managers.

11. Besserer Krankentransport

Um den Zugang zu den medizinischen Leistungen in einer sich verändernden Versorgungslandschaft zu gewährleisten, sind die Möglichkeiten eines adäquaten Transports auszubauen, auch im Hinblick auf die Teilnahme am sozialen Leben der Patienten.

12. Selbstbestimmtes Leben

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird mit der demographischen Entwicklung drastisch zunehmen. Hier muss die Politik durch die Bereitstellung einer entsprechenden Infrastruktur und gegebenenfalls einer leistungsfähigen Pflegeversicherung eingreifen.

PDF herunterladen:

 

Teilen