Wenn Berührung tröstet

Wohlbefinden im Alltag

Berührung ist unter vielen Lebensumständen Quelle der Zärtlichkeit und des Trostes: Wenn ein Freund leidet, schließen wir ihn in unsere Arme; wenn unser Kind traurig ist, streicheln wir es; wenn uns etwas Tolles widerfährt, fallen wir einem nahestehenden Menschen um den Hals, … Das sind beruhigende Gesten, die zeigen, wie wichtig die Berührung für unser körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden ist.
So wichtig der körperliche Kontakt auch für jeden Menschen ist, häufig wird er aus übertriebenem Schamgefühl vermieden.

Berührungen haben eine erstaunlich wohltuende Wirkung:

  • Bei der Berührung sendet unsere Haut Signale an das Gehirn, die den Blutdruck und den Herzrhythmus senken;
  • der körperliche Kontakt senkt den Spiegel des Stresshormons (Kortisol) und steigert das Wohlbefinden, durch Signale an das Gehirn (unser Körper setzt das Hormon Oxytocin frei, das bei angenehmen und positiven Kontakten entsteht). Die Berührung trägt auch zur Verminderung von Angstzuständen bei;
  • Berührung tut nicht nur denjenigen gut, die berührt werden, sondern auch denjenigen, die berühren.

Tastsinn, der erste Sinn

Der Tastsinn entwickelt sich bereits ganz früh im Leben eines Babys. Seine Wohltaten treten bereits bei der Geburt auf. Schon in den ersten Augenblicken seines Lebens erfolgt ein Austausch über die Haut, und das Neugeborene fühlt an der Art, wie seine Eltern es anfassen, wie es von ihnen aufgenommen wird. Es handelt sich um die erste Kommunikation zwischen dem Kind und seinen Eltern. Der Tastsinn ist im Übrigen für die allgemeine Entwicklung des Kindes von grundlegender Bedeutung. Er bringt ihm körperliche und emotionale Sicherheit. Einfache Gesten, wie Streicheln oder Küssen können ein weinendes Kind bereits beruhigen und ihm ein Wohlgefühl vermitteln.

Wussten Sie das?

Durch Untersuchungen an Frühgeburten konnte nachgewiesen werden, wie wohltuend der Hautkontakt zwischen Eltern und Kind im Krankenhaus ist. Die Babys nehmen schneller zu, schlafen besser, sind aufgeweckter und aktiver, … Bei extrem frühgeborenen Babys wirkt die tägliche Massage wahre Wunder. Positive Auswirkungen sind auch bei Müttern zu beobachten, die den Babyblues haben und die ihrem Baby eine „Berührungsmassage“ gönnen. Das Ergebnis ist ein Abbau der Schuldgefühle und eine Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung bei den Müttern. Die Babys sind ausgeglichener und schlafen besser.
Aus therapeutischer Sicht unterstützt die „Berührungsmassage“ auch die Arzneimittelbehandlungen und verleiht der Beziehung zwischen Patient und Pflegefachleuten eine menschlichere Dimension. Insbesondere bei alten Menschen, denen es oft an körperlichem Kontakt mangelt, kann Berührung zuweilen Ängste abbauen und das Selbstwertgefühl steigern.
Als echtes Mittel zur Prävention sollte die Berührung unbedingt zur Förderung der Kommunikation und des Wohlbefindens eingesetzt werden.

 

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